Sterne-Menü mitten im Schwedischen Wald

Wenn man mich fragen würde, was das inspirierendste und zugleich schmackhafteste Erlebnis in 2018 gewesen ist, müsste ich nicht lange nachdenken, sondern würde relativ schnell sagen: „Zusammen mit zwei Sterne-Köchen irgendwo mitten in einem Wald im schwedischen Småland ein Drei-Gänge-Menü zubereiten und dann in geselliger Runde verspeisen.“ Aber eins nach dem anderen.

Alles beginnt am Rande eines Waldgebietes mitten in Småland, wo unsere Gruppe aus Bloggern verschiedenster Himmelsrichtungen auf einen Guide trifft, der uns von nun an unter seine Fittiche nimmt. Nach einer kurzen Begrüßung wird relativ schnell klar, dass wir nicht einfach nur in den Wald latschen, dort gemütlich etwas essen und wieder nach Hause fahren, nein, die Experience beginnt viel früher: Wir werden auf dem Weg zur Kochstelle im Wald einen Großteil der Zutaten für die verschiedenen Gerichte sammeln und tragen damit unmittelbar zum Erfolg oder Misserfolg – was in dieser Situation bedeutet:

Es kommt etwas auf den Tisch oder eben nicht – bei. Fair enough! Bereits am Treffpunkt macht uns der Guide auf Kräuter aufmerksam, auf denen wir bis zu diesem Zeitpunkt noch achtlos herumstehen, die jedoch eine der vielen Zutaten darstellen sollte. Und so gehorchen wir brav und packen den Sauerklee in unser Körbchen, das wir eigens für diese Wald-Wanderung bekommen haben. Ab diesem Moment schreiten alle merklich bedächtiger über den Weg durch den Wald.

Eine Hauptzutat, die wir auf der Route sammeln sollen, sind Pfifferlinge. Ich würde mich und eigentlich keinen aus der illustren Blogger-Runde als semiprofessionellen Pilzsammler bezeichnen, aber Junge Junge, waswir in dieser einen Stunde an gefühlten Tonnen an Pfifferlingen aus dem Moos-Boden gezogen haben, war nicht mehr feierlich (siehe Beweis-Bild). Und auch hier ist es ähnlich wie mit dem Sauerklee: In den ersten Minuten keine Spur

von irgendwelchen Pilzen, bis man schließlich kurz innehält und sich Zeit lässt, bis man merkt, dass sie förmlich an der eigenen Schuh-Unterseite kleben und einen umringen. Achtung deeper Erkenntnis-Transfer: Vielleicht ist es so auch manchmal im Leben. Man muss den Dingen nur etwas Zeit geben, um zu merken, dass die Lösung eigentlich direkt vor den eigenen Augen liegt. Deepe Erkenntnisse Ende.

Nach etwa eineinhalb Stunden kann man langsam zwischen den Bäumen etwas erkennen, das nach einer Tafel aussieht und tatsächlich: Da steht der wohl fotogenste Esstisch, den ich in meinem Leben bis dato gesehen habe. Mitten im Wald. Hier werden wir sofort herzlich von den beiden Gourmet Chefs Titti Qvarnström and Jacob Holmström begrüßt. Alles wirkt so unbeschwert und natürlich, als würden die beiden nichts anderes machen.

Was nun folgt, ist die Zubereitung der Gerichte. An zwei Arbeitstischen bereiten wir zusammen mit den beiden Chefs die verschiedenen Gerichte zu, mal mit mehr, mal mit weniger Beteiligung. Dabei sind beide sehr offen und in Plauderlaune. Die Zutaten zu allen Gerichten stammen allesamt aus dem Wald und werden über dem offenen Feuer zubereitet. Kleine Ausnahme: Die Butter, die gefühlter Hauptbestandteil der überaus schmackhaften Gänge ist.

Was nicht unbescheiden als „ein Abenteuer für alle Sinne“ angekündigt wurde, trifft ein. Das Sammeln der Zutaten, die Zubereitung und das anschließende Verschmausen der Gerichte erweitert das Bewusstsein für das, was man da eigentlich auf dem Teller hat, ungemein. Die frische, aber nicht kalte Luft im Wald, die Stille, und der unverwechselbare Duft aus Moos, Holz und frisch zubereiteten Speisen verleihen den Gerichten eine ganz besondere Note, die den einfachen Geschmack der einzelnen Zutaten übersteigt. Das Ergebnis ist hier bei Weitem mehr als die Summe der Einzelteile.

Vorspeise:

„Wald-Brühe“,

Pochierter Barsch

geröstete Kräuterbutter.

Hauptgang:

Frisch geräucherter Saibling, Pfifferlinge,

Wacholderbeeren

und Sauerklee.

Dessert:

Eichel &

Haselnuss-Crunch

Mit Früchte- &

Beerenkompott.

Wer nun Appetit und vor allem Lust auf eine solche Erfahrung bekommen hat, kann sich glücklich schätzen: Im Rahmen der Kampagne „The Edible Country“ könnt ihr eine ähnliche Experience bei verschiedensten Locations in ganz Schweden machen. Das Ganze ist eine, wie ich finde, hervorragende Initiative von Schweden, um die natürliche und vor allem gesunde „Speisekammer“, welche die Schwedische Natur zu bieten hat, kennen zu lernen. Mehr Infos hierzu findet ihr auf https://visitsweden.com/ediblecountry/.

Einen Tisch könnt ihr hier https://visitsweden.com/ediblecountry/ buchen.

Mehr zu den beiden Sterne-Chefs: 

Titti Qvarnström: https://purefoodcamp.com/

Jacob Holmström: https://gastrologik.se/?lang=en

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit VisitSchweden entstanden. Teil dieser Zusammenarbeit war eine Pressereise.

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  • Cathrine /Småland

    This is so beautiful – great photo, text and layout! Thanks Thomas for showing the people of Småland and Sweden (and Germany of course) how beautiful our forests really are.

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